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BUS:STOP Krumbach

Wer die Gegend in und um Krumbach mit dem Bus erkundet, kommt an mindestens sieben Sehenswürdigkeiten aus aller Welt vorbei. Und muss dafür theoretisch noch nicht einmal aussteigen.

Sehenswert sind sie in der Tat, die sieben Wartehäuschen für Krumbach, die seit Anfang Mai 2014 offiziell in Gebrauch sind. Und zwar nicht nur, weil sie so völlig anders sind als herkömmliche Wartehäuschens sondern auch wegen ihrer ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte. Sieben Baukünstler aus Chile, Japan, China, Spanien, Belgien, Norwegen und Russland waren Anfang 2013 eingeladen, ein Wartehäuschen für die 977-Seelen-Gemeinde Krumbach zu entwerfen. Und das noch dazu ohne Honorar. Dass dennoch alle innerhalb einer Woche zugesagt haben, liegt wohl an der Ungewöhnlichkeit der Aufgabe, am Reiz der Umgebung und an den Möglichkeiten der Umsetzung mit heimischen Handwerkern. Nahezu offen waren die Bedingungen, die es einzuhalten galt: Einen Bezug zur Region sollten die Entwürfe haben, aus widerstandsfähigem Material und funktional sollten sie sein.

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Der Rest war künstlerische Freiheit. „Es ging uns darum, einen intensiven architektonischen und baukulturellen Dialog zu initiieren“, erklärt Dietmar Steiner, Direktor des Architekturzentrum Wien (Az W) und Kurator des vom Verein kultur krumbach initiierten Projekts. „Außerdem wollten wir den Bregenzerwald und das hier ansässige Handwerk der internationalen Architektur zugänglich machen.“ Beides scheint ganz hervorragend gelungen. Krumbachs Bürgermeister Anton Hirschbühl will die „Wartehüsle“ jedoch nicht nur als Kunstprojekt im öffentlichen Raum verstanden wissen. „Wir wollen vor allem ein weiteres attraktives Zeichen in Richtung klimabewusstem Nahverkehr setzen. Sowohl für die Krumbacherinnen und Krumbacher als auch für unsere Gäste. Auf beiden Seiten speziell für jene, die auf einen derart zwanglosen Zugang zur Architektur schon lange gewartet haben.“ Zu sehen gibt es die BUS:STOP Wartehäuschen auf den Landbuslinien Nummer 25 und 29 sowie im Internet unter www.kulturkrumbach.at

 

Die Haltestellen – die Architekten

  1. Zwing | Smiljan Radic, Chile
  2. Unterkrumbach Süd | Architecten de Vylder Vinck Taillieu, Belgien
  3. Unterkrumbach Nord | Ensamble Studio, Spanien
  4. Bränden | Sou Fujimoto, Japan
  5. Oberkrumbach | Alexander Brodsky, Russland
  6. Kressbad | Rintala Eggertsson Architects, Norwegen
  7. Glatzegg | Amateur Architecture Studio, China
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